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Historisches Western-Reitweise Westernpferd Western-Ausrüstung
Historisches
Westernreiten ist eine Form des Reitens, die sich auf die Arbeitsreitweise der Cowboys bezieht. Ihren Ursprung hat sie im spanischen Arbeitsreiten, dem Vaqueroreiten.
Als die spanischen Eroberer, die Conquistadores, im 16. Jahrhundert in Amerika landeten, war das Pferd auf diesem riesigen Kontinent bereits seit zehntausend Jahren ausgestorben. Die Spanier brachten zwei wichtige Tierarten in die neue Welt mit: Pferde und Rinder. Die Vaquero (Kuhjungen, von Vaca - Kuh) hatten ihre eigene Technik der Viehhaltung und beherrschten eine hochentwickelte Schule der Reiterei. Ihre Arbeitsreitweise ist darauf ausgerichtet, möglichst energiesparend viele Stunden im Sattel verbringen und mit möglichst selbständig mitdenkenden, wendigen Pferden die Arbeit mit den Rindern erledigen zu können.
Die Verbreitung der Pferde Amerikas dauerte in manchen Gegenden bis Mitte des 18. Jahrhunderts. Umso erstaunlicher scheint e s, dass es die Indianer innerhalb weniger Generationen zu ihrem noch heute zurecht legendären Ruf als Pferde-Experten brachten. Sie fühlten sich in das Wesen der Pferde hinein, verstanden sie wie kaum jemand sonst und machten sich dieses Wissen in der Kommunikation mit den Tieren zunutze. Davon leiten sich die modernen Ansätze der Kommunikation und des Umgangs mit dem Pferd ab, wir nennen es "Horsemanship".
Auf der Lucky Horse Ranch vereinen wir heute die Western-Reitweise der Vaqueros bzw. Cowboys mit dem Kommunikations-Ansatz der Horsemanship.
Western-Reitweise
Vom einfachem Reiten in den Grundgangarten bis hin zur hohen Schule (im Englischen Reitstil "Dressur" genannt) ist auch beim Westernreiten eine große Bandbreite des Könnens vorhanden. Im Gegensatz zum Englischen Reitstil sind Westernpferde darauf trainiert, bei einem Impuls - zum Beispiel der Hilfe zum Antraben - zu reagieren und dann ohne weitere Einwirkung des Reiters in diesem Tempo zu bleiben. Im Englischen Reitstil wird dagegen auch nach der Hilfe zum Tempowechsel weiterhin mit Schenkeln, Kreuz und Zügeln permanent eingewirkt.
Die Pferde müssen möglichst eigenständig arbeiten und auf kleinste Gewichts- und Schenkelhilfen reagieren. Daher kommt die typische einhändige Zügelführung (Neck-Reining), da der Cowboy oder der Vaquero oft eine Hand frei haben muss. Da das Westernreiten aus der Arbeit zu Pferd übernommen wurde, liegt der Schwerpunkt bei allen Bewegungen darin, sowohl dem Pferd als auch dem Reiter die geforderte Übung über eine möglichst lange Zeit - im Idealfall den ganzen Tag - zu ermöglichen.
Spektakuläre Stopps (Sliding Stop), bei denen das Pferd mit der Hinterhand fast auf dem Boden "sitzt" und mit den Vorderbeinen weiterläuft, oder schnelle Drehungen (Spins) um die Hinterhand, verbunden mit rodeomäßiger Atmosphäre, prägen das Bild vom Westernreiten.
Westernpferd
Westernpferde werden speziell hinsichtlich der Anforderungen dieser Reitweise gezüchtet - sie sind ausdauernd, wendig und auf kurze Strecken sehr schnell. Es werden Pferde mit einer Widerristhöhe von ca. 155cm und einem "quadratischen Rahmen" (kurzer Rücken) bevorzugt. Typische Rassen fürs Westernreiten sind Quarter Horses, Paint Horses und Appaloosas. Es können aber auch alle anderen Pferde- und Ponyrassen im Westernstil ausgebildet und geritten werden. In Europa werden vor allem auch Haflinger und Freiberger im Westernsport verwendet.
Western-Ausrüstung
Der typische Westernsattel mit Sattelhorn, breiter Sitzfläche und hohem hinteren Rand und langen bequemen Steigbügeln ist auch bei tagelanger Arbeit im Sattel bequem für Reiter und Pferd und bietet auch bei schnellen Wendungen eine große Sicherheit. Die Zügel sind meist offen, damit sie sich nicht am Horn verheddern. Als Gebiss wird ein Bit benutzt (vergleichbar mit der in der englischen Reitweise benutzten Kandare). Es wird einhändig geritten. Erst fortgeschrittene Reiter auf gut ausgebildeten Pferden benutzen das Bit. Von Anfängern bzw. beim Training der Pferde wird das sogenannte Snaffle Bit (gebrochenes Gebiss - Wassertrense) benutzt; damit wird beidhändig geritten. Oft anzutreffen sind auch gebisslose Zäumungen wie zum Beispiel die Western-Hackamore.
Bei Turnieren gibt es Regeln, wie Reiter und Pferd ausgestattet sein müssen. Das variiert von Disziplin zu Disziplin. Hut, Jeans und Stiefel gehören für den Westernreiter immer dazu.
Teile dieses Artikels basieren auf dem Artikel "Westernreiten" (Version vom 15.05.2009) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Autorin: Klara Rosa.
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